20. Mai 2008
Fruchtfliegen
Woran denken Sie, wenn Sie in der Zeitung das Wort »Fruchtfliege« lesen? Vielleicht an den Biologieunterricht, in dem die Fruchtfliege als Modellorganismus in der Genetik vorgestellt wurde? Vielleicht an die gelben Klebstofffallen, mit denen man die ungebetenen Gäste vom sommerlich gefüllten Obstkorb fernhalten möchte? An das kurze Leben dieser Tiere? Oder an die Schäden, die man im Obstanbau befürchtet, wenn mal wieder eine Fruchtfliegenplage erwartet wird?
Wenn ich von solchen Schädlingen lese, dann denke ich manchmal auch an Professor Dietrich Dörner und sein Buch »Die Logik des Misslingens«. Dörner befasst sich darin mit Modellen für das Handeln in komplexen Situationen und erklärt an vielen Beispielen das Versagen von Führungskräften, die sich an der Lösung komplexer Problemen versucht haben. Wenn solche Führungskräfte eine Fruchtfliegenplage voraussehen, dann haben sie immer eine ganz schnelle Lösung parat: man könnte doch richtig kräftige Insektizide einsetzen oder man könnte tausende Menschen zum Einsammeln der Insekten auf die Felder schicken …
Verfasst von stefanolix um 19:19 Uhr in der Kategorie Politik, Rochus, Umweltpolitik (Trackback)
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